Photodynamische Therapie, PDT

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Bei der PhotoDynamischen Therapie (PDT) handelt es sich um ein Verfahren zur Untersuchung und Behandlung von Hautkrankheiten, besonders von Hautkrebs und Hautkrebsvorstufen. Diese neue Methode beruht darauf, dass manche lichtempfindlichen chemischen Stoffe sich in entzündlich verändertem Gewebe und Tumoren besonders stark anreichern. Dadurch wird eine gezielte Erkennung, Behandlung oder Zerstörung krankhaft veränderter Haut möglich.

Bei welchen Hautkrankheiten kann PDT eingesetzt werden?”

Gut wissenschaftlich erforscht, etabliert und besonders geeignet ist sie zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen, den “aktinischen Keratosen” und bestimmten Formen von weissem Hautkrebs: der Basaliome, Morbus Bowen und Frühformen des Spinalioms.

Wie funktioniert die PDT?

Auf krankhaft veränderte Haut wird der Wirkstoff 5-Aminolävulinsäure (5-ALA als Rezeptur des Arztes) oder MAOP / Metvix in Cremeform aufgetragen. 5-ALA bzw MAOP dient als „Photosensibilisator“. Aus ALA bilden sich in den kranken Zellen Porphyrine. Diese sind photoaktiv und bilden bei Rotlichtbestrahlung aggressiven Sauerstoff.
Das eingecremte Hautgebiet wird durch Verband vor der natürlichen Sonne geschützt. Nach 3-6 stündiger Einwirkzeit wird die Creme entfernt. Der Wirkstoff hat sich in dieser Zeit in den kranken Zellen angereichert, während die gesunden Zellen ihn kaum aufnehmen. Mit einer Speziallampe angeleuchtet, heben sich die kranken Zellen rot von den Gesunden ab.
Das ganze Hautareal wird daraufhin mit einem speziellen Lichtstrahler 16 Minuten lang bestrahlt. Dieses Licht „sucht“ sich die kranken Zellen mit der angereicherten Aminolävulinsäure und zerstört sie, indem Photosensibilisator, Licht und Sauerstoff in der Zelle miteinander reagieren. Diese Reaktion heißt „photodynamische Reaktion“. Wird die Bestrahlung mit niedrigen Dosen durchgeführt, so werden die Zellen nicht zerstört. Es kommt stattdessen zu einer sogenanten Immunmodulation.
Um eventuell verbliebene Zellen zu entdecken und zu beseitigen, wird die Behandlung eventuell noch 1-2 mal wiederholt.

Handelt es sich dabei um gefährliche Strahlen?

Das Licht aller Lampen, die zur PDT verwendet werden auch die Spezialcreme sind völlig ungefährlich. Es handelt sich dabei um reine Lichtstrahlung, also nicht um radioaktive oder UV-Strahlung. Erst die Kombination von Licht und Creme führt zu biologischen Reaktionen der Haut. Durch die Creme wird allerdings die Haut vorübergehend stark lichtempfindlich.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?”

Während der Bestrahlung sollte der Patient seine Augen mit einer Spezialbrille schützen. Unter der Lampe kann die Haut warm werden und – selten – deutlich schmerzen. Dies ist unangenehm, aber ungefährlich. Schmerzmittel oder eine örtliche Betäubung sind nicht erforderlich. Die Haut kann schwellen (Ödeme), Rötungen, Krusten und sterile Eiterpusteln bilden.
In dieser Zeit sollte ein Sonnenschutzmittel und z. B. Bepanthen-Wundsalbe aufgetragen werden. All dies ist Zeichen des Zelltodes der kranken Zellen. Behandlungen in behaarten Bereichen können – selten – zu dauerhaftem Haarausfall an dieser Stelle führen.
Während des Eincremens und ca. 3 Tage nach der Behandlung ist die Haut lichtempfindlich. Zuviel Licht und Sonne führen in dieser Zeit rasch zu einem Sonnenbrand. Nach der Bestrahlung werden die kranken Zellen entzündlich schuppend abgestossen. Nach 2-3 Wochen ist die Haut meist völlig abgeheilt.

Wie wirksam ist die PDT?”

Der wesentliche Vorteil gegenüber Operationen ist die weitestgehende Schonung gesunder Haut und die meist narbenlose Abheilung. In vielen wissenschaftlichen Untersuchungen lag die Erfolgsquote bei Sonnenwarzen bis zu 98 %. Besonders erfolgreich ist die PDT an Kopf und Hals. Die Erfolgsquote bei Basaliomen liegt bei über 90%. Bei Warzenbehandlungen wird ein Erfolg in ca. 75% erzielt. Die Erfolgsquoten bei anderen Hautproblemen sind noch unbekannt, da bisher keine grösseren wissenschaftlichen Studien dazu existieren.

Was kostet die PDT Behandlung?

Private Kassen übernehmen die Kosten der Behandlung ohne Probleme. Leider gilt dies nicht für die gesetzlichen Krankenkassen.Wir bieten die Behandlung gesetzlich versicherten Patienten als Selbstzahlerleistung an. Über die genauen Kosten werden wir Sie gerne informieren.